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Unten erfahrt ihr noch einiges über die Geschichte des HipHop im Allgemeinen und natürlich auch zum Writing.



HipHop entstand in den USA anfangs der 70er Jahre und war in den Anfangszeiten eine „Friedensbewegung“ (D. Dufresne, Rap Revolution). Es ging darum, kreativ zu sein. Streitigkeiten sollten nicht mit Gewalt, sondern mit einem Battle  gelöst werden. Der Battle ist eine Art Sprach-Wettbewerb, bei dem es darum geht, besser und gewandter als sein Rivale zu sein.
HipHop ist nicht nur ein Musikstil, wie die meisten glauben, sondern eine Jugendkultur. Sie besteht aus den fünf Elementen
1 Dj-ing= Platten auflegen, cutten (cut= Übergang zwischen zwei Stücken) und scratchen (hin- und herbewegen der Schallplatte, wodurch ein verfremdetes Geräusch entsteht)
2 Writing= Kunst des Taggens (Tag= eine Art Unterschrift) und des Graffiti
3 Breakdance=  akrobatischer Tanz
4 Rap= Sprechgesang
5 Beatbox.= das Erzeugen von Beats mit Lippen, Zunge, Rachen und ein- bzw. ausgeatmeter Luft




Am Anfang war der «tag» . Er trat erstmals in den 70er Jahren in den USA auf. Die Jugendlichen sahen das als eine Art Spiel und malten ihren Namen und ihre Hausnummern an die Wände. Die Besten in dieser Disziplin waren die Kuriere und Postboten, da sie von früh bis spät in den Strassen unterwegs waren. Vor allem ein junger Mann namens Taki, der in der 183. Strasse wohnte, wurde mit seinem tag «TAKI 183» in ganz New York berühmt.
Mit der Zeit wurde das Spiel zu einem Wettbewerb, das derjenige gewann, der sich zum tagging in die gefährlichsten Gegenden traute. Ein Muss für jeden tagger wurde es, ein Polizeiauto zu taggen. Doch an diesem Punkt fühlte sich die Öffentlichkeit von dem neuen Phänomen bedroht und die Jagd auf die Graffitimaler, die heute noch nicht beendet ist, wurde eröffnet. Dadurch wurden die tagger vorsichtiger und mussten sich neue Plätze suchen.
Was die Verbreitung der tags förderte war die Tatsache, dass es immer billigere und bessere Materialien gab, zum Beispiel bessere Marker und Aerosol-Spraydosen. Sie erlaubten die Verfeinerung des Spray-Stils und die Entstehung eines neuen Genre, der „Brulure“ . Dieser neue Stil führte dazu, dass immer mehr junge Leute sich dieser Kunst widmeten. Sogar Leute aus der Upper-Class .
Irgendwann gingen die Writer an die lines , wo sie ihre Werke auf die Züge sprayten, damit die bemalten Flächen durch die ganze Stadt fahren und so ein grösseres Publikum erreichen konnten.



(In den USA soll es sogar Crews  geben, die mehr Schlüssel haben zu den Zug-Hangars als die Beamten der Metropolitan Transportation Authority).
Die Mitgliedschaft in einer Crew ist besonders wichtig. Sie wurde anfänglich aus sogenannten homeboys  gebildet. Um aufgenommen zu werden, musste man oft Mutproben bestehen, wie zum Beispiel Spraydosen klauen. In einigen Crews gibt es sogar eine Probezeit, in der die rookies   als Hilfsarbeiter mitwirken, für die Beschaffung von Spraydosen zuständig sind und bei illegalem Sprayen die Gegend bewachen. Im Austausch hilft man ihnen ihren Stil zu vervollkommnen.
Der Wettkampf unter den Sprayern ist hart und jede Aktion dient dazu, bekannt zu werden und vielleicht mal den Titel „King of the line“ zu erlangen. Auch wenn die Konkurrenz gross ist, gibt es gewisse Regeln. Die wichtigste ist, niemals ein Bild eines Konkurrenten zu übermalen. Wenn man dagegen verstösst, kann dies
zur Folge haben, dass z.B. „toy“  neben das Graffiti des Angreifers geschrieben wird oder gar eines der schönsten Kunstwerke beschmutzt wird.
Allgemein kann man sagen, dass Graffiti ein künstlerisches Ausdrucksmittel von Randgruppen ist, auf die niemand hört. Und Jugendlichen, die den Glauben an eine andere, gerechtere, positivere und sozialere Welt noch nicht aufgegeben haben.


Die Schwarzen, die als Sklaven aus Westafrika in die USA kamen, durften bis zu ihrer Befreiung im amerikanischen Bürgerkrieg 1864-1865 keine Instrumente, z. B. Trommeln benutzen. Dadurch wurde der Gesang (Gospels= religiöse Gesänge, die von den Sitten ihrer Vorfahren abgeleitet wurden, wie zum Beispiel der Voodoo- Kult aus Westafrika) sehr wichtig. Später findet man den Gesang wieder in der sogenannten Black Music ( Blues, Jazz, Soul etc.).

Im Rap finden wir ganz klar viele Einflüsse früherer Sprechstile, aber Rap ist auch ein neuer Stil. Früher gab es die Dirty Dozens, ein Spiel in dem es darum geht, den anderen schnell und in Versform zu beleidigen. Dieses Spiel entstand in einigen Ghettos US-amerikanischer Städte und entwickelte dabei eine Sprache, die von einigen Gruppen sogar als eigene afroamerikanisch Sprache interpretiert wurde. Für sie ist diese Sprechtechnik ein Ausdruck der Verweigerung und der Provokation.



Den rap gibt es schon seit den frühen 70er Jahren und hat mit den ersten Block Parties in der New Yorker Bronx begonnen. (von Kool Dj Herk, Grandmaster Flash und Africa Bambaataa, mit den ersten Raps der Furious Five und anderen...)
Er behielt bis heute seine rhytmische und ausdrucksvolle Kraft. Aber durch die neuen technischen Mittel, die der Fortschritt mit sich brachte, kamen Klänge, Arrangements und neue Ideen hinzu. Durch die Kreativität von Run DMC, Public Enemy, De La Soul, KRS One und vielen anderen bedeutenden Rappern verlor der Rap seine Gleichförmigkeit. Nun werden fast alle Musikstile benutzt.
Die amerikanischen Marktführer brauchten damals lange, um sich für Rap zu interessieren. Erst als die Sugarhill Gang 1979 die erste Rap-Schallplatte „Rapper’s delight“ rausgab, merkten sie, dass sich diese neue Art von Musik ganz gut verkaufen liesse. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte niemand aus der Szene daran, eine Schallplatte zu veröffentlichen. Rap war bisher nur auf Kassetten der DJ’s oder auf Bootlegs  zu höre. Nun veröffentlichte ausgerechnet eine Gruppe, die niemand kannte, die ihre Reime und Styles von den Furious Five gebitet  hatten, die erste Platte und dann auch noch mit finanziellem Erfolg. Rapper’s Delight verkaufte sich über 2 Millionen mal!) Nun stürzte sich die Plattenindustrie auf die unabhängigen Plattenfirmen, fing an, sie einzukaufen und Profit daraus zu schlagen. Es folgte eine Welle  von oft nur mittelmässigen Platten.
Zu dieser Zeit war auch in Europa schon einiges los und der Rap wurde anerkannt. Alle wollten am „Rap Boom“ teilhaben. Es sah für kurze Zeit so aus als würde das Niveau immer weiter sinken, bis schliesslich sogar die allermiesesten MC’s   als Vertreter des wahren Raps galten.


In dieser Zeit (ca. 1982) fingen sich dann auch die deutsche und die schweizerische HipHop-Szene langsam an zu entwickeln.
In Deutschland war die erste kommerziell erfolgreiche Gruppe die „Fantastischen Vier“ mit ihrem Megahit „Die da!?!“ (1992). Sie wurde dadurch zur Sugarhill Gang des deutschen HipHop. In der Schweiz gehörten Primive Lyrics und E.K.R. zu den ersten Reimern, die bis heute noch grossen Einfluss haben. Da es HipHop aber schon vorher in den Staaten gab, war es und ist es schwer, nicht einfach nur zu kopieren/ biten, sondern einen eigenen Style zu finden, um das Ganze schlussendlich auch weiter entwickeln zu können.

Im Gegensatz zu den USA und Deutschland ist das Rap-business bis heute in der Schweiz nicht sehr lukrativ, was aber nicht negativ zu  beurteilen ist. Im Gegenteil, es sorgt dafür, dass HipHop bis zu einem gewissen Punkt real bleibt und  nicht das Geld, sondern Aussage und Lebensgefühl im Vordergrund bleiben.

Auch gibt es im Unterschied zu den  USA und Deutschland über die HipHop-Szene der Schweiz keine Bücher, in denen man nachlesen könnte, wie bei uns alles angefangen hat. Es ist ja auch noch nicht Geschichte.